Dieser Beitrag wurde von Alfred P. zusammengetragen und uns zugeschickt. Da dieser Beitrag viel Fakten und Daten enthält, die die Situation im Blankenburger Süden, gut verdeutlicht, möchten wir Ihnen diesen nicht vorenthalten.

 

Die Blankenburger lieben Ihren Ort, und auch den südlichen, grünen Teil mit dem Mörderberg auf dem großen, schönen Feld. Dem gebührt eigentlich mit seinen 57 m nicht der Name „Berg“.

Ja, so gern hören die zukünftigen Bebauer dieses Feldes diesen Namen nicht. In allen Karten der SenStadtUm steht verschämt der Name „Marderberg“. Warum wohl? Wenn man dort Häuser baut mit Straßennamen wie „Am Mörderberg“, „Henkergasse“, „Galgenplatz“ wäre das nicht sehr angenehm für die Menschen, die dort wohnen wollen, „Marderberg“ hieß er nur bis 1708, bis dann der Alte Fritz dort ein kleines Jagdhaus bauen wollte. Seine Arbeiter versanken im Dreck und Schlamm, als sie die Fundamente ausheben wollten. (Wir kommen später noch darauf zu sprechen) Friedrich der Erste nannte dann diesen Ort mit Abscheu „Modderberg“ Danach hieß er bald „Mörderberg“.

So heißt er bis heute. Es gibt auch eine Haltestelle des 154 Bus gegenüber dem Golfplatz, man sollte den Senat also wirklich mal darauf ansprechen, warum sie in ihren Karten immer „Marderberg“ einfügen. Vielleicht planten sie damals schon, hier Häuser zu bauen und dies sehr unangenehm für die Leute wäre, die hier wohnen wollen.

Aber jetzt genug mit der Prosa.

Sie wollen hier Fakten und fundierte Zahlen sehen. Ich werde sie aber nicht mit Zuviel Formeln und schwer verständlichen Sachen quälen.

Hier geht es gleich um drei verschiedene, aber doch irgendwie miteinander verknüpfte Sachen.

1. Umwelt und Umweltschäden
2. Klima, Mikroklima für Blankenburg und Umgebung, aber auch ganz im Besonderen das Klima in Berlin.
3. Der Verkehr, jetzt schon unerträglich, aber dann mit mindestens 7800 Autos mehr?

 

Ich fange mal mit Punkt 1 an.

 

Da gibt es:
a: Baugrund
b: Untergrund mit dem Grundwasser.
c: Wasseraufnahmefähigkeit. Beides betrifft Berlin direkt, aber Blankenburg ganz besonders.

 

Also, zu Punkt 1a Baugrund.

 

Man will auf diesem Gelände von Malchow bis hinunter zur Heinersdorfer Straße mit riesigen Gebäuden von Häusern bis zu 10800 Wohneinheiten bebauen. (wobei ich “man“ erst mal nicht definiere) Wie soll das gehen?

Blankenburger Süden

Anscheinend haben die Planer ganz vergessen, dass es neben dem fließenden Verkehr auch den ruhenden Verkehr (Parkplätze) geben muss. Als ich das in der 1. Bürgerwerkstatt aufzeigte, war man sehr überrascht und anscheinend betroffen. Mein Gott, was sind das für Planer? Für Parkplätze sind da erst mal 17,3 ha abzuziehen. Ich war schon
gnädig und habe 6000 Autos angesetzt. Das sind die 12 gelben Quadrate a 500 Autos.
Ich habe mir das natürlich nicht aus den Fingern gesaugt. Im Klinikum Buch gibt es einen Hauptparkplatz für 500 Autos (bitte nachzählen), auf dem ich nie einen Platz bekomme, wenn ich zum Arzt muss. Er ist 110 mal 110 m groß. An die Planer im Senat: bitte auszählen und ausmessen. Einige stehen im Halteverbot.

Blankenburger Süden

Das sind also 17,3 ha weniger für die Bebauung von 70 ha. Haben wir noch 52,7 ha zur Bebauung übrig. Die hellblaue Fläche (kann irgendwo sein – nur zur Demonstration) Dies sind 24,3 ha. Zum Bedauern der Investoren muss man diese urbanen Flächen (19,1 m2 ) pro Einwohner reservieren, nicht pro Wohneinheit.
Man baut aber lieber für Wohneinheiten, als für Einwohner. 10800 Wohneinheiten Leerstand wären nicht schlecht, wenn die Mieten vom Senat kämen. (Satire entschuldigjung) Aber bei den senatseigenen Wohnungsunternehmen (HoWoge, WBM, Stadt-Land, GESOBAU, Dewobag, Dgegewo) gibt es 5.266 WE mit Leerstand. Das nur als Zwischeneinwurf.

Da bleiben also nur 28,4 ha zur Bebauung für 10800 WE. Au Weia!

Jetzt beginnt die Rechnerei.

Also rechnen: Ich wohne in einem Block 160 m x 15 m 10 geschossig. Ein paar 5- und 7geschosser (als Feigenblatt) dazu Ups – da reichen 28,4 ha nicht. Nimmt man noch ein paar Punkthochhäuser hinzu. Wie in meiner Wohngegend – 22 geschossig ? Da reicht es dann, wenn man 6 davon hinbaut. Na klar, man sagte ja am 3.3. in der Bucher Scheune (ich werde es nie vergessen) „ein paar Punkthochhäuser können schon dabei sein“. Jetzt ist mir klar: ein paar sind nicht 2 sondern 6. Auch nie vergessen werde ich auch die Aussage „man muss flächensparend bauen. Bitte einmal nachdenken: Es sollte „renditeorientiert“ heißen. Soweit, so gut…

Wir brauchen diese Zahlen auch für die Berechnung des Gesamtgewichtes, das auf diesen Flächen lasten werden. Wir dürfen nicht vergessen, dass dazu noch ein Holzheizwerk kommen soll und mindestens 55 dezentrale BHKW je Quartier.
Das wiegt auch etwas. Eine Anzahl urban notwendige Gebäude noch dazu. Anhand des „Energiegrundkonzept für den Blankenburger Süden“ (alle Quellen werden am Ende angegeben) Die dort enthüllten, dramatischen, enerergenetischen und wärmebelastenden Zahlen, werden noch bei Punkt 2 benötigt. Für die Wärmekapazität des gesamten Arials wurden auch noch die Straßen bis zu einer Eindringtiefe von 40cm hinzugenommen. Das ist für die Berechnung der klimatischen Veränderung in Berlin sehr bedeutend.

Jetzt kann man erahnen, wie und wo man dort bauen kann. Das betrifft Platzbedarf und Masse. Jetzt fehlt aber etwas ganz Wichtiges – auf welchen Untergrund will man bauen? Ist das überhaupt Bauland? Nein, es ist ein ehemaliges Rieselfeld! Ein Altlaststandort.

Hier definiert und beschrieben:

Was als Abwasserbehandlung begann, entwickelte sich zum Altlasten-Problem. Fast 100 Jahre lang wurden in Berlin-Buch ungeklärte Abwasser verrieselt. In den letzten 20 Jahren, bis zur Einstellung der Verrieselung im Jahr 1985, etwa 10.000 mm/a; -das entspricht in etwa dem 20-fachen Jahresniederschlag. Heute finden sich auf den tonarmen, sandigen Ausgangssedimenten Regosole mit durchschnittlich 15-60 cm (teilweise bis 100 cm) mächtigen humosen Horizonten, die eine hohe Schwermetallund Organikabelastung aufweisen.
Anfangs schien die Lösung genial: Man verbessert die hygienische Situation in der Stadt und erhöht durch die hohen Gehalte an organischer Substanz, die im Abwasser enthalten waren, die Bodenfruchtbarkeit der sandigen, ertragsarmen Böden im Umland von Berlin. Die Rieselfelder sollten der Gemüsegarten Berlins werden. Doch schon bald nach dem Beginn der Abwasserbehandlung gesellten sich zu den Haushaltsabwässern auch die ungeklärten Abwässer der in Berlin ansässigen Handwerks- und Industriebetriebe.

Diese Abwässer früher Industrieansiedlungen enthielten große Mengen an Schwermetallen. Später kamen dann auch organische Schadstoffe hinzu. Bis in die vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts waren sich die Menschen der schädlichen Wirkung von Schwermetallen kaum bewusst. So wurden neben den Nährstoffen und der organischen Substanz auch hundert Jahre lang Schadstoffe mit verrieselt.
Die Schadstoffe wurden überwiegend partikular, an organische Abwasserinhaltsstoffe gebunden, in den Boden eingetragen. Damit läßt sich heute auch die enge Beziehung zwischen der organischen Substanz im Boden und den gemessenen Schadstoffgehalten erklären. Über Jahrzehnte hatten die Landbewirtschaftung und der kontinuierliche Zustrom von basischem Abwasser den größten Teil der Schwermetalle vor einer Verlagerung in das Grundwasser bewahrt. Mit der Inbetriebnahme des Klärwerkes Schönerlinde wurden die Rieselfelder um Buch überflüssig. Zwischen 1984 und 1985 wurden sie größtenteils eingeebnet. Die Bodenlockerung führte im Oberboden zu einer starken Mineralisation und Versauerung. Dabei sanken die pH-Werte von etwa 6 auf aktuelle Werte von pH 4.5 bis 5.5. Die pH-Absenkung hat zu einer Mobilisierung von Schwermetallen und deren Verlagerung in den ersten Grundwasserleiter geführt. Parallel dazu wurden durch die Mineralisation in großem Maße Nitrat, Sulfat und DOC gebildet und ebenfalls verlagert. Die Tiefenversauerung unterhalb von 150 cm wurde wahrscheinlich durch die Oxidation von Metallsulfiden zu Sulfat, nach der Einstellung der Verrieselung, und dem Absinken der Grundwasserstände, verursacht. Sie führt dazu, dass mobilisierte Schwermetalle in der Tiefe nahezu nicht zurückgehalten und mit de Sickerwasser verlagert werden (HOFFMANN & RENGER 1998).

In Bereichen in denen bei der Umgestaltung nur flachgründige Bodenbewegungen stattgefunden haben, finden sich zum Teil mehrere Dezimeter mächtige Schlammablagerungen mit organischen Substanzgehalten von etwa 50 %. In diesen Schichten treten Konzentrationen von mehreren Gramm pro Kilogramm Blei, Kupfer und Zink sowie bis zu 200mg/kg Cadmium auf. Die Schwermetallkonzentrationen in der Bodenlösung überschreiten die Prüfwerte für den Pfad Boden-Grundwasser der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) für die Elemente Cadmium (Cd), Kupfer (Cu) und Zink (Zn). Auch nach dem Brandenburger Landesabfallgesetz (§ 29.4) stellen diese Flächen großflächige, kontaminierte Altlastenstandorte dar. Bei einer Orientierung an der Berliner Liste (SenStadtUm 1996) bzw. der BBodSchV (1999) müssen Rieselfeldböden unter anderem als eine Gefährdung für die Schutzgüter Mensch und Grundwasser bewertet werden. Deshalb besteht heute Handlungsbedarf, da sich die Schwermetalle derzeit noch größtenteils im Oberboden befinden, und Sanierungs- bzw. Sicherungsmaßnahmen deswegen zurzeit noch einfacher und kostengünstiger durchzuführen sind.

Also prima, da haben wir nichts zu befürchten, das ist eine Altlastfläche, die genau so behandelt werden soll, wie eine stillgelegte Mülldeponie. Das sieht gar nicht so gut für die Bauunternehmer aus!
Das steht also im § 29.4. Da hat der Gesetzgeber alle Definitionen aufgeführt. Natürlich ärgert das die ganze Industrie. Sie können nicht mehr so frei handeln, wie es für ihre Rendite, und ihren Gewinn notwendig ist. Es geht doch auch um Arbeitsplätze. (Satire) Sie fühlen sich von der Politik gegängelt – reguliert. Man spricht von „Regulierung“.  Dazu noch die Bürokratie – die vielen Formulare, die ein Unternehmer ausfüllen muss.
Das geht ja nun gar nicht. Doch es geht. Auf wundersame und mystische Weise wurde der Paragraph gestrichen und /oder geändert…

Zur Vereinfachung des Landesabfallrechts verzichtet das Gesetz nunmehr vollständig auf:

– Vorgaben zur Beauftragung Dritter durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (§ 5 BbgAbfG)
– Anforderungen zu den Zusammenschlüssen öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger und zur Übertragung von Entsorgungspflichten (§§ 11, 12 BbgAbfG)
– Eine Spezialregelung zur Umweltverträglichkeitsprüfung (§ 20 BbgAbfG).

Gestrafft und zusammengefasst wurden die Vorschriften zu:

– Öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern (§ 3 BbgAbfG)
– Kommunalen Abfallwirtschaftskonzepten und –bilanzen (§§ 6 und 7 BbgAbfG)
– Entsorgungssatzungen (§ 8 BbgAbfG)
– Abfallkatastern bzw. Auskünften wegen der Abfallbeseitigung und Abfallverwertung (§§ 15 und 16 BbgAbfG)
– Der Aufstellung von Abfallwirtschaftsplänen (§ 17 BbgAbfG)
– Der Überwachungsvorschrift (§ 24 BbgAbfG)
– Der Duldungspflichten (§ 26 BbgAbfG)

Schließlich wird eine Möglichkeit zur partiellen Aufgabenerweiterung für die Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin mbH eröffnet. Anpassungsbedarf bestand für das Landesabfallrecht auch durch entsprechende Entwicklungen auf Bundes- bzw. europäischer Ebene. Zu nennen sind in erster Linie die Vorschriften zur Vereinfachung der abfallrechtlichen Überwachung aus dem Jahre 2006, die vor allem zu einer europarechtsverträglichen Terminologie geführt haben. Anstelle „überwachungsbedürftiger“ bzw. „besonders überwachungsbedürftiger“ Abfälle wird jetzt nur noch von „gefährlichen“ Abfällen gesprochen.

Daneben war auch den neueren bodenschutzrechtlichen Entwicklungen auf Bundesebene Rechnung zu tragen, namentlich dem Bundes-Bodenschutzgesetz aus dem Jahre 1998. Unter Verzicht auf ein eigenständiges Landesbodenschutzgesetz wurden die bodenschutzrechtlichen Regelungen in Abschnitt 7 des Brandenburgischen Abfallgesetzes vollständig überarbeitet und dem neuen Bundesbodenschutzrecht angepasst. Auch beim Bodenschutzteil des Gesetzentwurfs hat man sich um Vereinfachung und Deregulierung bemüht.

Verzichtet wurde auf Regelungen:

– Zu Begriffsbestimmungen (§ 29 BbgAbfG)
– Zu Untersuchungs- und Gefahrenabwehrmaßnahmen (§ 32 BbgAbfG)
– Zur Verantwortlichkeit (§ 33 BbgAbfG)
– Zur Ausgleichspflicht (§ 35 BbgAbfG).

Endlich wird die Bauindustrie nicht mehr von blöden, hinderlichen Gesetzen bevormundet. Der Bausenat entscheidet aber nicht selbstherrlich. Er benötigt Daten über die Bodenbelastung, Grundwassergefähdung und so weiter. Diese Daten werden von einem unabhängigen Institut, das die Bauunternehmer bestellen, erhoben. Heißt es dann :“Keine Schadstoffe“ , wird das stillgelegte Rieselfeld als Bauland definiert. Praktisch. Wir Blankenburger sind aber ein wenig skeptisch. Wir wollen wissen, wo diese Daten gemessen wurden. Die Ergebnisse kennen wir ja, „Alles im grünen Bereich“. Heute muss es GPS-Daten für jede Messung geben. Das Feld ist groß. Wo steckt man denn seine Sonde hinein? Irgendwo? Das ist so, als wenn ein Arzt sein Stethoskop dem Patienten ans Schienbein hält und verkündet „kein Puls – Patient tot“.

Ich bin als Kind oft über diese Rieselfelder gerannt. Da gab es breite Wege, mit Apfelbäumen bewachsen, schmale Stege zwischen den Rieseltafeln, Vorfluter und Absetzbecken, die an der Oberfläche in allen Regenbogenfarben schimmerten. Wir wollen die Messungen exakt nachvollziehen. Wie machen wir das? Es ist doch alles schon mit 80 cm Erde bedeckt?

Ich haben etwas Feines: Ein Luftbild von 1920!

Blankenburger Süden

Links unten sieht man die Familiengärten, links oben die Heinersdorfer Str. mit den Siedlern der Anlage und rechts oben den Blankenburger Pflasterweg am Mörderberg und dahinter den Golfplatz. Liebes, unabhängiges Institut für Bodenmessungen, zeigen sie uns die GPS Koordinaten und ich zeigen ihnen exakt auf 1m , wo ihr gemessen habt. Am Schienbein oder am bunt schillernden Vorfluter und den Absetzbecken.
Hält der Senat diese Daten geheim, machen ich selbst Messungen. (Vielleicht werdenich ja dafür eingesperrt, oder ich bekommen keine Genenehmigung – ist ja Senatland.) Wichtig ist auch die Tiefe der Messungen, 80 cm reichen nicht. Erst von 80 cm bis 1,50 kann man brauchbare Messungen erhalten. Bei diesen Messungen muss auch die Bodenfestigkeit (cm/Kp) ermittelt werden. Wir kennen die Masse der Bebauung und könnten die Eindringtiefe, die Belastung und die daraus erfolgende Bodenverdichtungen bestimmen. Das ist wohl nicht im Sinne der Investoren.

Ein sehr großes Problem ist die Unkenntnis der Grundwasserverhältnisse. Es gibt Grundwasserströme und Grundwasserblasen. Ein hydrologischer Schnitt ist m.E. für dieses Gelände nicht gemacht worden. Die Wasserwirtschaftsbetriebe haben dem Senat nur zugerufen „Alles ist in Ordnung“.

Das muss man überprüfen! Eine Verlagerung von Grundwasserströmen kann ungeahnte ökologische Folgen haben. Grundwasser lässt sich nicht drainieren. Wird eine Grundwasserblase angestochen, kann das Wasser Jahrzehnte sprudeln. Das sind Ungewogenheiten. Es muss nicht dazu kommen, aber es kann. Fundiertes Wissen darüber wäre aber gut. Riskant ist es, zu sagen „Es wird schon nichts passieren!“

Der Senat hat sich bei der Beteiligung an der Behebung solcher Schäden fein heraus gehalten:

„2014 hat der Senat den Ausstieg aus dem Grundwassermanagement mit Ewigkeitskosten in Milliardenhöhe begründet.“ Quelle: Berliner Morgenpost

Na fein! Ewigkeitskosten!! Wer trägt die dann? Das Gefälle geht von Malchow bis zur Erholungsanlage Blankenburg. Das nannte man auch „gravitative Berieselung“. Schon leichte Verlegungen von eventuell vorhandenen Grundwasseradern oder Strömen können dort alles fluten, ja auch die ganze neue Bebauung könnte im Modder versinken. Wie der Alte Fritz auf dem Modderberg!

Das sind die Bedrohungen, die durch Gifte und Grundwasserkatastrophen möglich sein können. Ich spreche bewusst im Konjunktiv, denn es kann, aber muss nicht so sein.

 

Ich komme jetzt zum Punkt 2:

Dort gibt es keinen Konjunktiv – so wird es kommen – unausweichlich. Und wie ich geschrieben habe, gilt es besonders Berlin, mit Auswirkungen bis in das Zentrum. Natürlich wird auch Blankenburg und Heinersdorf leiden. Falls jemand meine „Kinderseite“ nicht gelesen hat – ich werde ohnehin Eulen nach Athen tragen – zeige ich noch einmal zwei Bilder aus der „ Städtebauliche Klimafibel – Hinweise für die Bauleitplanung“

Sie beginnt mit einem Zitat:
„Vernünftige Einsicht zu haben, ist die größte Tugend, und Weisheit ist es, Wahres zu reden und gemäss der Natur zu handeln, indem man auf sie hört.“ Heraklit, griechischer Philosoph

Blankenburger Sueden

Dieses Bild bedarf keiner Erklärung. Auch im Senat wird man das verstehen. Wer will, kann noch den Fernsehturm und das Sony-Center einzeichnen!

Durch hohe Gebäude werden Kaltluftströme unterbrochen und Grünflächen kühlen die Stadt.

Zu weiteren, dramatischen Auswirkungen werde ich noch kommen. Stellen wir uns nur einmal diese Hochhäuser aus Sperrholz vor. (Sperrholz ist gut, denn diese Wand sperrt es den Kaltluftstrom) Bei „Kaltluftstrom“ stellen sich alle irgend etwas vor. Es geht hier konkret um den Kaltluftstrom aus diesem Bebauungsgebiet. Ich habe Ihnen belastbare Zahlen versprochen und sie werden sie bekommen. Sie sind daher belastbar, da sie direkt von SenStadtUm stammen.

Blankenburger Süden

Sie können einen dunkelblauen Bereich in der Mitte sehen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, können sie zoomen.
Dann werden Sie dicke, blaue Pfeile sehen, die links nach Pankow zeigen und in der Mitte nach Weißensee. Dieser Bereich (der stärkste in unserer Umgebung) wird vom Barnim mit sauerstoffreicher Luft (mehr als 21% – das ist der Durchschnitt – aus vorwiegend grünen Flächen, also 24%) versorgt und auf dieser Wiese gekühlt (niedriger Taupunkt und Verdunstungskälte). Im städtischen Grün ist der Taupunkt viel höher und es gibt kaum eine kühlende Wirkung in Bodennähe. Ich werde die Legende zu dieser Messkarte nicht einzeichnen. Es reicht, wenn ich die Werte für „dunkelblau“ anführe. Das ist der höchste Wert, der definiert werden kann. >= 250 Kubikmeter pro Sekunde! Das heißt, es könnten auch 500 sein. Bleiben wir gnädig bei 250 m3/s. Das sind 720.000 m3 in einer Sommernacht. Das sind 165.600 m3 Sauerstoff. Sauerstoff hat eine Dichte von 1,429 kg/ m3 Das sind 236.642 Kg.

Jeder Mensch benötigt pro 2 Kg Sauerstoff, also theoretisch 11.8321 Berliner. Ich sage „theoretisch“ da diese Rechnung eine „Milchmädchenrechnung“ ist, denn je näher unsere Luft von dem „heißen Ofen“ Berlin angesogen wird, desto höher steigt diese frische Luft und gibt ihre Kälte ab. Das ist nur durch eine Differentialgleichung mit vier Unbekannten (ds nach dt, dv nach dt, dQ nach dm*kg und das Maß der differentiellen Luftströmung nach Höhe und Richtung) Durch die Strömung wird daraus noch eine Feldgleichung, d.h. jeder Punkt des beströmten Gebietes in Berlin hat eine eigene, Intensität. Sozusagen ein Sauerstofffeld in einem zeitlich wechselnden Bereich.

Kreist Ihnen der Helm? Mir auch.

Wer schon mal versucht hat (ich musste das), eine Differentialgleichung 2.Grades zu lösen, wird verstehen, dass Superrechner lange daran rechnen müssten. So einfach ist das also nicht. Dennoch sind die Zahlen beeindruckend. Wenn auch die Wirkung unser kühlenden, sauerstoffreichen Luft an jeder Stelle in Berlin unterschiedlich ist, hat sie doch eine Wirkung. Je näher ein Gebiet aber an dieses Kaltluftfeld ist, desto stärker ist die Wirkung. Am meisten werden die Weißenseer, Heinerdorfer und Pankower darunter leiden müssen! Wenn die Weißenseer glauben, sie hätten ja den See und den grünen Ring darum, der solle sich mal bei SenStadtUm die Karte für dieses Gebiet ansehen. Man wird überrascht sein, wie wenig Kühlleistung und Luftdurchsatz dieses Gebiet hat. (Ich war auch überrascht). Das zeigt ganz deutlich, dass Grünflächen in der Stadt für den Sauerstoffgewinn unbedingt nötig sind, aber keine große Wirkung auf die Kühlung der Stadt haben. (ich bemerkte schon, dass der Taupunkt in einer aufgeheizten Stadt viel höher ist) Große Gebiete, wie der Müggelsee, der Grunewald und so weiter sind davon ausgenommen. Also, ich muss noch einmal daran erinnern : Wir sind noch bei unserem „Sperrholzmodell“ Sperrholz erzeugt keine Wärme – es sei denn, man verbrennt es. Jetzt kommt das wirkliche, das „Beton- und Asphaltmodell“ Jetzt kommen wieder Zahlen:
Diese Betonwüste hat eine Wärmekapazität (die Fähigkeit eines Körpers Wärme aufzunehmen) von 30,145 GW/h.

Wärmekapazität HKW                  7215 MW/h
Wärmekapazität Beton                 16000 MW/h
Wärmekapazität Straße/Park.     6926 MW/h
Menshc.Erzeugung                        4,14 MW/h
Gesamtkapazität                            30145 MW/h

Das ist gewaltig. Die Leistung von 23 Heizkraftwerken des Typs Reuter. Aber Vorsicht, das ist nur die Kapazität. Abgegeben wird diese Wärme durch den Temperaturunterschied zwischen unserer kühlen Luft (in Grad Kelvin) mit dem Gradienten über Luftdurchsatz und Luftgeschwindigkeit zu der aufgeheizten Luft der Umgebung. Dennoch kann man abschätzen, dass die, nach Berlin abgesaugte Luft bei einer Tagesmitteltemperatur von 27 Grad Celsius eine Temperaturdifferenz (unserer ankommenden kühlen Luft zur Abluft nach Berlin) 4 Grad Kelvin beträgt.
Die Leute in der Stadtmitte werden das zu spüren bekommen. Ganz besonders aber unsere unmittelbaren Nachbarn Weißensee, Heinersdorf und Pankow. Bemerkenswerterweise betrifft das Karow und Buch nicht – sie sind noch Lieferanten. Noch!
Weißensee, Heinersdorf und Pankow – Aufwachen! Ihr werdet die größten Verlierer sein. Wisst ihr das schon? Jemand sollte es euch sagen! Man kann bei SenStadtUm noch eine schöne Karte der zukünftigen Zunahme der tropischen Nächte in Berlin betrachten, ein Horrorszenario! Auch ohne unsere schönen WE, ob nun 6000, 10000 oder 10800! Ich werde die unvernünftige Planung dann mit hinein rechnen und interpolieren. Ich bin noch nicht zuende, liebe Freunde. Ich versprach euch Fakten und Zahlen – hier kommen noch einige.

Die Wärmekapazität ist das Eine. Hinzu kommt noch:

Die Erzeugung von Wärme durch BHKW in Kraft-Wärmekoppung in den 55 Quartieren. Nur ein Teil davon kann in Strom umgewandelt werden. Für die Versorgung mit Strom und Elektroenergie müssen laut „Grundenergiekonzept Blankenburger Süden“ jährlich 400 Anlieferungen a 27 t Holzhackschnitzel langfristig (Ich denke, so 100 Jahre – sonst
müsste man den ganzen Kram bald abreißen) erfolgen.

 

Also, was haben wir noch zum Klima, bevor wir uns dem Wahnsinn von Punkt 3 zuwenden?

Moment, ich habe es versprochen: Die Karte von SenStadtUm über die zukünftige Zuname von tropischen Nächten in Berlin :

Blankenburger Süden

Dieses Bild bedarf keiner Erklärung. Auch im Senat wird man das verstehen. Wer will, kann noch den Fernsehturm und das Sony-Center einzeichnen!

Durch hohe Gebäude werden Kaltluftströme unterbrochen und Grünflächen kühlen die Stadt.

Zu weiteren, dramatischen Auswirkungen werde ich noch kommen. Stellen wir uns nur einmal diese Hochhäuser aus Sperrholz vor. (Sperrholz ist gut, denn diese Wand sperrt es den Kaltluftstrom) Bei „Kaltluftstrom“ stellen sich alle irgend etwas vor. Es geht hier konkret um den Kaltluftstrom aus diesem Bebauungsgebiet. Ich habe Ihnen belastbare Zahlen versprochen und sie werden sie bekommen. Sie sind daher belastbar, da sie direkt von SenStadtUm stammen.

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