Warum Berlin Kaltluftaustauschgebiete dringend braucht!

Wie beeinflussen Grünanlagen das Klima in Berlin? Es ist kein Geheimnis, dass im Sommer die Temperaturen in den Innenstätten deutlich höher sind als zum Beispiel am Stadtrand. Der Grund dafür ist recht einfach. Städte produziert Wärme und speichern tagsüber die aufgenommene Sonnenenergie. Man kann sich eine Stadt wie einen riesigen Akku aus Beton, Ziegel, Asphalt und anderen Materialien, die Wärme speichern, vorstellen.

In welchen Umfang sich eine Stadt erwärmen/aufladen kann hängt dabei von Ihrer Größe, der Anzahl und der Beschaffenheit ihrer Gebäude und Straßen ab. Kühlung und Versorgung mit Frischluft hängt von den städtischen Grünflächen und einer grünen Umgebung der Stadt ab. Da Berlin weder an Bergen oder in Tälern liegt, spielen die grünen Stadtrandzonen eine zentrale Rolle.

Beton, Ziegel, Asphalt und anderen Materialien geben die Wärme nur sehr langsam ab. Sie sind morgens noch sehr warm. In einer Stadt finden die Energieumsetzungen zu einem großen Teil nicht im Erdbodenniveau, sondern auch im Bereich des Dachniveaus bzw. der oberen Stockwerke der Häuser statt.

Durch eine gute Kombination von grüner Umgebung, Parks, Laubenkolonien, Gärten und Erholungsanlagen wird die Luft in Berlin abgekühlt. Gründe dafür sind unter Anderem dass Pflanzen viel weniger, bis gar keine, Wärme speichern und durch ihr Wachstum Sauerstoff erzeugt und Kohlendioxid gebunden wird! Zudem binden die Bäume und Hecken der Gartenanlagen toxischen Feinstaub aus Bremsabrieb. Dieser Feinstaub wirkt sich dramatisch auf die Gesundheit der Stadtbewohner aus, erzeugt Krebs und erhöht deutlich die Sterberate bei Atemwegserkrankungen.

Alle diese Effekte beeinflussen das Klima unserer Städte und speziell das in Berlin. Man kann also auch als Laie sagen:  Je mehr grüne Umgebung, Parks und Erholungsanlagen erhalten und geschaffen werden, desto mehr Schadstoffgase werden verdünnt, Feinstaub gebunden und Luft gekühlt.

 

Blankenburger Sueden

Wie Kaltluftaustauschgebiete funktionieren kann man in dieser einfachen Darstellung sehen. Es gibt viele Faktoren, die das Städteklima beeinflussen aber im Groben kann man sagen, dass Luftströme aus der grünen Umgebung die Warmluft in den Innenstätten kühlen und reinigen. Die Kaltluft von Grünanlagen, Parks, Laubenkolonien, Gärten, Erholungsanlagen und Wäldern tragen dazu ihr Übriges bei.

Wenn die Luftströme durch massive und hohe Bebauungen der grünen Randgebiete gestoppt oder gar umgelenkt werden, kann das dramatische Effekte für die Kühlung, des Frischluftaustausches und der Gesundheit der Bewohner haben.

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